Kein Sozialismus ohne Feminismus

oder: Warum der theoretische Ansatz der PDS zu dünn ist

01.11.2001
KATINA SCHUBERT

»Wir wenden uns an alle, die sich nicht damit abfinden wollen, daß

die Gleichstellung der Geschlechter kaum noch politisch thematisiert

wird.« So steht es im Schlußteil eines Leitantrag-Entwurfs für

den Cottbusser Parteitag der PDS am 14./15. Oktober. Autorinnen

und Autoren: die neue Parteivorsitzende Gabi Zimmer, der neue

Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Roland Claus und Bundesgeschäftsführer

Dietmar Bartsch.

Hat die PDS-Führung damit den Beweis erbracht, daß die PDS auf

dem Weg zu einer feministischen Partei ist?

Wohl kaum, denn bei näherem Hinsehen, läßt sich schnell erkennen,

daß feministische Theorie und Politikentwicklung auch bei der

PDS kaum mehr als eine Nebenrolle spielen.

Zwar findet sich das Bekenntnis, um die »Gleichstellung der Geschlechter

« kämpfen zu wollen als Fußnote oder Randbemerkung in

den meisten programmatischen Schriften der PDS. Aber dabei bleibt

es in der Regel.