Nous sommes tous Charlie

08.01.2015

Am vergangenen Mittwoch überfielen zwei bewaffnerte Attentäter die Redaktion der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" in Paris. Sie töteten zwölf Menschen, darunter einen Polizisten und einen Passanten. Elf weitere Redaktionsmitglieder wurden bei dem terroristischen Überfall schwer verletzt.

Die Nachricht von der terroristischen Attacke hat weltweit für Entsetzen und Bestürzung gesorgt. Auch die Mitglieder des "forum demokratischer sozialismus" (fds) waren und sind noch immer von dieser Tat schockiert. Viele nahmen an den vorgestern und gestern spontan organisierten Gedenkveranstaltungen, wie zum Beispiel in Berlin vor der französischen Botschaft, teil.

Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen der Ermordeten, den Verletzten und ihren Angehörigen.

Mörder, die ihre Tat mit einer Religion zu rechtfertigen versuchen, sind genauso Mörder wie alle anders motivierten Attentäter auch. Sie handeln eben nicht im Namen einer Religion oder eines Glaubens!

Wir dürfen deshalb nicht hinnehmen, dass Rassisten und Ausländerfeinde eine solche fürchterliche Tat dazu missbrauchen, ihre Parolen gegen Mitbürgerinnen und Mitbürger anderer Herkunft in Europa und auch bei uns zu verschärfen. "All diejenigen, die bisher die Sorgen der Menschen vor einer drohenden Gefahr durch Islamismus ignoriert oder verlacht haben, werden durch diese Bluttat Lügen gestraft", sagte etwa der stellvertretende Vorsitzende der AfD, Alexander Gauland. Wir verurteilen die Versuche der AfD und der sogenannten PEGIDA, dieses grausame Attentat für ihre fremdenfeindlichen und dumpfen Parolen zu missbrauchen.

Wir rufen alle demokratischen Parteien in Deutschland und Europa auf, nun im Sinne der Worte des ehemaligen norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg zu handeln, der angesichts der Attentate in Oslo und auf der Insel Utoya 2011 folgende Worte fand: "Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit."

Vor diesem Hintergrund fordern wir die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach auf, sich für ihre gestrige Äußerung im Nachrichtendienst "twitter" umgehend zu entschuldigen. Sie kommentierte das Attentat auf die MitarbeiterInnen der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" wie folgt: "Nur kath. Kirche kritisieren, sonst lebensgefährlich", versehen mit einem zwinkernden Smiley.

Sollte sie diese Aussage nicht zurücknehmen ist Frau Steinbach als Abgeordnete des Deutschen Bundestages nicht mehr tragbar und sollte unverzüglich ihr Mandat zurückgeben. Für ist eindeutig, dass auch die CDU-Fraktionsspitze hier in einer besonderen Verantwortung steht.