DIE LINKE. »verankern, verbreiten, verbinden«. Neuer Anlauf zur Parteientwicklung

Kipping und Riexinger legen Strategiepapier vor / Forderung nach neuen Formen des Dialogs / Zukunftskongress für 2014 geplant

26.11.2013
Tom Strohschneider in: Neues Deutschland, 25.11.2013

Die Spitze der Linkspartei will einen neuen Anlauf zu einer Diskussion über die politische Strategie und die Entwicklung der Partei unternehmen. Die Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger haben dazu dem Vorstand bei dessen Sitzung am Wochenende ein 25-seitiges Papier mit dem Titel »Verankern, verbreiten, verbinden« vorgelegt.

Darin wird auch eine kritische Bilanz der Lage in der Linkspartei gezogen. Unter anderem gelinge es »zu wenig, Menschen zwischen 20 und 40 Jahren zu gewinnen und zu binden« Auch ermutige die Linkspartei »trotz der formalen Quoten zu wenige Frauen zur Mitarbeit«. Die Vorsitzenden schlagen hier eine »Jugendoffensive« und mehr Anstrengungen zur Mitgliederwerbung vor.

Auf der Landkarte der Linken gebe es überdies »viele weiße Flecken, in denen die alltägliche Parteiarbeit die wenigen, meist ungeheuer fleißigen Mitglieder an die Grenze des Leistbaren bringt«. Es habe, heißt es in dem Papier unter anderem, »in vielen Basisorganisationen und Kreisverbänden Krisen gegeben, Streit hat zum Rückzug vieler Mitglieder geführt. Wir wollen einen Prozess der Konsolidierung einleiten.«

Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen gehe es darum, die Linkspartei »zu verbreitern und sie noch stärker in der Gesellschaft zu verankern«, heißt es in dem »nd« vorliegenden Papier weiter. Dazu müsse sich die Linke »organisatorischen und strategischen Herausforderungen stellen«. Nach der Bundestagswahl und mit Blick auf neue bündnispolitische Konstellationen sowie angesichts des Stands der außerparlamentarischen Bewegung unter anderem gegen die Krisenpolitik müssten »neue Formen von Kommunikation und Kooperation gefunden werden«.

Man brauche »die Vorstellung einer Transformation, in der die Ansprüche auf grundlegende Veränderung der Gesellschaft, Überwindung des Kapitalismus, und konkrete Projekte, die im Gegebenen ansetzen und darüber hinaus wirken sollen, nicht gegeneinander gestellt werden«, heißt es in dem Papier. Auch müsse die Linkspartei »einen strategischen Anker« finden, »der nicht nur nach hinten weisen darf, auf die Zeit als die Kompromisse noch gegolten haben«.

Den ganzen Artikel nachlesen kann man hier im NEUEN DEUTSCHLAND.

Das Papier der beiden Parteivorsitzenden gibt es hier.