Linkes Lager?

Eine ND-Debatte über rot-rot-grüne Mehrheiten, politische Bündnisse und gesellschaftliche Hegemonie

13.11.2013
neues deutschland
Quelle: nd-online.de

Gibt es ein linkes Lager in der Bundesrepublik? Und wenn ja: wie viele? »neues deutschland« hat eine Debatte über rot-rot-grüne Bündnisse und gesellschaftliche Mehrheiten eröffnet, es geht darin um fehlende Erzählungen für einen Politikwechsel und die kommenden Herausforderungen, die nicht bloß eine Frage der Kooperationsbereitschaft von Parteien ist.

Benjamin Mikfeld:

Es gibt über Einzelforderungen wie einem Mindestlohn hinaus derzeit kein linkes Lager an sich und damit auch keines für sich. Mit Blick auf eine rot-rot-grüne Koalition ab 2017 scheinen derzeit einige Mauern in den Köpfen zu bröckeln. Doch Politiker denken zu oft nur in der Kategorie machtpolitischer Mehrheiten. Viel wichtiger ist, dass eine Koalition links der Mitte über eine inhaltliche Begründung und gesellschaftliche Akzeptanz verfügt. (mehr hier)

Albrecht von Lucke:

Was die Parteien links der Union bis 2017 benötigen, ist eine neue gemeinsame Idee für eine andere, gerechtere Gesellschaft. Allerdings hängt die Frage entscheidend davon ab, inwieweit die Linkspartei überhaupt willens ist, zukünftig Regierungsverantwortung zu übernehmen. Umso weniger kooperationsbereit die Linke, desto mehr werden die längst regierungswilligen Grünen in die Arme der Union getrieben. (mehr hier)

Arno Klönne:

Die SPD und die Grünen werden nicht wieder das, was sie um 1990 waren oder zu sein schienen. Ein »linkes Lager« existiert auch als Eventualität nicht, eine »linke Mehrheit« in der politischen Mentalität der Bevölkerung ebenfalls nicht. (mehr hier)

Tom Strohschneider:

Die Frage nach dem linken Lager beantwortet sich im Spannungsverhältnis zwischen Parteien und sozialen Milieus, zwischen parlamentarischer Logik und gesellschaftlicher Selbstbewegung. Nicht die Stimmenzahl von drei oder vier Parteien allein ist es, die schon ausreichend politischen Kitt bildet. Und genauso wenig hilft es weiter, sich hinter dem Hinweis auf (noch) nicht existierende gesellschaftliche Mehrheiten zu verschanzen. (mehr hier)