Brief an die Genoss/-innen in Nordrhein-Westfalen

13.05.2012

Liebe Katharina, lieber Wolfgang, liebe Bärbel, liebe Genossinnen und Genossen,

es ist euch und uns nicht erspart geblieben: Zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit hat unsere Partei eine harte Niederlage einstecken müssen. Zum zweiten Mal haben die Wähler_innen-Stimmen nicht ausgereicht, einen für DIE LINKE, vor allem aber für dieses Land wichtigen Erfolg zu verteidigen und erneut in den Landtag einzuziehen und weiter konsequente solidarische Politik betreiben – eine Politik, in der nicht die Profite der Konzerne, sondern die Menschen an erster Stelle stehen. Den Kurswechsel, für den ihr gekämpft habt, wird es in NRW nun erst einmal nicht geben – notwendig bleibt er allemal.

Liebe Genossinnen und Genossen, ihr habt in einer für unsere Partei schweren Situation dafür gekämpft, gegen den Bundestrend ein achtbares Ergebnis zu erzielen. Dass dies nicht gelungen ist, ist für uns alle bitter - so, wie wir alle in Nordrhein-Westfalen eine Niederlage erlitten haben.

Insbesondere auch deshalb, weil ihr, wie Pascal Beucker in der taz bilanzierte, „statt auf Fundamentalopposition (…) darauf (gesetzt habt), alle Initiativen zu unterstützen, die (…) die Arbeits- und Lebensbedingungen für abhängig Beschäftigte, Erwerbslose, Schüler, Studierende und Rentner verbessern. Damit gab(t ihr) (…) der rot-grünen Minderheitsregierung den Mut und die Stimmen, sich an ihre Wahlversprechen zu halten: von der Abschaffung der Studiengebühren, der Beitragsfreiheit für das letzte Kita-Jahr bis zur Einführung der direkten Abwahl von Bürgermeistern, die letztlich Duisburgs starrköpfigen CDU-Oberbürgermeister Adolf Sauerland das Amt kostete.“

Ihr konntet nicht wettmachen, was die Probleme der Partei derzeit insgesamt ausmacht. Aber ihr habt gekämpft, geworben, argumentiert - ihr habt Gesicht gezeigt und euch nicht zurückgezogen, nicht abgewartet. Dafür möchten wir euch danken. Wir wissen, das ist nicht immer leicht. Aber wir sind sicher: Genau dieses Engagement war nicht umsonst. Es ist die Basis dafür, dass unsere Partei auch wieder bessere Zeiten erleben kann.

Unsere Partei muss auch wieder bessere Zeiten erleben. Auch das ist unser aller Verantwortung. Wir wollen dazu beitragen, dass unsere Partei zusammen rückt und produktiv zusammen führt, was unsere jeweiligen Besonderheiten ausmacht. Und wir wollen helfen, die tiefe Kraft und die große Kompetenz zu bewahren und zur Geltung zu bringen, die unsere noch junge Partei in den ersten Jahren ihres Bestehens in ihrer Breite gefunden und erworben hat.

Mit besten Grüßen

Eva von Angern, Benjamin-Immanuel Hoff, Thomas Falkner, Luise Neuhaus-Wartenberg, Jörg Prelle, Nora Schüttpelz

- fds-Bundesvorstand -