Minderheitenvotum: Stand der "Jungen Welt" auf dem Parteitag der LINKEN

16.10.2011

Wir haben der Entscheidung des Parteivorstandes, der Zeitung "junge welt" auf dem Parteitag einen Stand zur Verfügung zu stellen, nicht zugestimmt.

Mit dem Titelbild der Ausgabe vom 13. August 2011 hat sich die "junge welt" für den Bau der Mauer bedankt. Spätestens hier war der Punkt erreicht, an welchem eine privilegierte Partnerschaft mit dieser Zeitung für uns unmöglich wurde.

Dieses Titelbild war höhnisch und respektlos gegenüber den Opfern der Mauer. Und es hat gezeigt, dass die "junge Welt" nicht vereinbar ist mit einer Linken, die den Anspruch “demokratisch, rechtsstaatlich und emanzipativ” an sich selbst stellt. Die "junge Welt" fällt jedem Menschen in den Rücken, der es ehrlich meint mit dem Ziel eines demokratischen Sozialismus, der bürgerrechtliches Engagement in der DDR ebenso als Wurzel seines politischen Engagements betrachtet wie die Bemühungen des Prager Frühling in der ehemaligen CSSR.

DIE LINKE ist nicht verantwortlich für die Titelblätter und Aussagen von Zeitungen, aber sie ist dafür verantwortlich, zu welchen Zeitungen sie durch die Einräumung eines Stands beim Parteitag eine besondere Nähe zum Ausdruck bringt.

Eine besondere Nähe zur Zeitung "junge welt", wie sie durch die heutige Entscheidung des Parteivorstandes nahe gelegt wird, können wir aus oben genannten Gründen nicht mittragen.

Raju Sharma
Katina Schubert
Halina Wawzyniak
Gerry Woop